Fundstücke aus dem Internet

Da sich hier mehrere Leute einen Bericht zum Musikclub Kir Hamburg gewünscht haben, folgt dieser nun öffentlich auf der Seite. Wer das nicht mag bzw. wen es nicht interessiert, braucht einfach nicht weiter zu lesen, statt zu meckern :-))).

Nun denn: Allen, die jetzt weiterlesen, viel Spaß mit meinem kleinen Bericht!

Freitags im Kir – Where is my mind !?

Das Kir. Der erste Club, den ich nicht nur fußläufig von zu Hause aus erreichen könnte, nein, ich könnte quasi von meinem Dach aus dorthin springen. Nicht, dass ich das jemals täte, keine Sorge. Ich hab irgendetwas von möglichen Knochenbrüchen gehört. Schreckt mich dann doch zu sehr ab.

Das Kir öffnet am Freitag um 20:00 Uhr. Die Party beginnt wohl offiziell um 23:00 Uhr. Ich gebe der Location eine Stunde Zeit, sich einzugrooven, bevor ich dort erscheine. Um kurz vor Mitternacht kann ich dann aber nicht mehr an mich halten und in Ausgehuniform steppe ich über die Straße zum Schuppen. Der Club ist noch recht leer, aber es befinden sich bereits ein paar Leute darin. Immerhin! Ich hatte die Befürchtung, einziger Gast zu sein.

Im Chill Out Bereich sind mehrere rote Sofas. Auf zweien von ihnen „räkeln“ bzw. eher langweilen (?) sich zwei Typen. Das Kir besitzt einen langen Tresen hinter denen Getränke zu ambitionierten Preisen verkauft werden. Nunja, ein Becks 0,33l kostet hier beispielsweise 3 Euro, aber auf der anderen Seite zahlt man ja auch keinen Eintritt. Das muss man also auch bedenken.
Das erste, was ich mache, ist mir ein Becks zu kaufen um irgendwo mit beschäftigt zu sein 😉. Alleine in Clubs zu gehen – gerade in so einem kleinen – da fühlt man sich schnell beobachtet. Ich schnappe mir mein Becks und durchschreite den Laden. Da ist einmal die bereits erwähnte Chill Out Area, die sich zu Anfang links vom Eingang befindet. Zum anderen ist da, links grenzend an den Bar/Tresenbereich der weiter hinten mit den Toiletten abschließt, die Tanzfläche. Die Tanzfläche ist nicht sehr groß, geschätzte 15-20 m², sie fügt sich aber in die beschauliche Größe des Clubs ein.
Zum Interieur des Clubs ist ansonsten nicht viel zu sagen. Es ist schlicht gehalten. Eine Spiegelleiste an einer Wand, ein wenig Deko, die ich jetzt nicht beschreiben kann, die aber an die Achtziger erinnert. Es gibt Stroboskoplicht, Fogmachine, kleine Lichteffektanlage und ein Ventilator, die auf der Dance Area mit kurzweiligen, atmosphärischen Gimmicks das Tanzvergnügen aufpimpen sollen.
Ach so, das Tanzvergnügen. Gutes Stichwort. Zu der Zeit, als ich dort ankomme, ist der Tanzbereich…..leer! Nach einer kurzen Zeit – es wird gerade irgendein Wave-Klassiker gespielt – wagt sich ein Tänzer auf die Fläche. Er soll sich später noch mit einem Frauentrio, unabgesprochen aber doch fast auffällig, abwechseln. Ich brauche anderthalb Becks und den Gang des DJs zum Tresen um entsprechend auf Betriebstemperatur zu kommen. Spreche den Plattenaufleger also an und wünsche mir ein wenig „NDW“, nämlich „Incubus Succubus“ von Xmal Deutschland. Mein Wunsch wird nach nur drei Songs Vorlaufzeit umgesetzt. Jetzt wage ich mich also auch aufs Parkett. „Mann“ kommt später mit Mittänzern in Kontakt.

Ca. 1 Uhr! Der Club „füllt“ sich allmählich, gegen 1 Uhr 30 wird schätzungsweise das Maximum des Abends erreicht. Das Besuchermaximum, das sind geschätzte 30 Leute, wenn es hochkommt, vermutlich eher weniger. Der Club ist also recht lauschig und nur für solche zu empfehlen, die eine lauschige Atmosphäre einem „sich gegenseitig auf den Füßen stehen“ vorziehen. Ich halte es übrigens bis 4 Uhr im Kir aus (möchte schon an dieser Stelle anmerken, dass ich gerne noch länger geblieben wäre, hätte mich ein Termin an selbigem Tag nicht davon abgehalten). Zu dieser Zeit haben bereits einige wieder die Disse verlassen und die Chillout Area wurde auch schon „dichtgemacht“.

Ein wenig zur Musik: Das Thema des Abends (wie jeden Freitag abend) ist „Where is my mind?“. Aufgelegt wird hier 80s Indie, Wave, Rock, Britpop, Undergroundw – alles, was so im Bereich der Achtziger angesiedelt ist und nicht zu „cheesy“ ist. Beispiele: „Photographic“ – Depeche Mode, „The passenger“ – Iggy Pop, „Fade to Grey“ – Visage, „Kaltes, klares Wasser“ – Malaria, „Heroes“ – David Bowie, „Entre dos Tierras“ – Heroes del Silencio, „Big in Japan“ – Alphaville, „Echo Beach“ – Martha and the Muffins, „Lucky Number“ – Lene Lovich.

Fazit: Der Club ist klein und lauschig, die Tresenbedienung ist freundlich. Richtig voll wird es (zumindest am Testabend) nicht. Dafür hat man aber mehr Platz auf der Tanzfläche und zu einem späteren Zeitpunkt am Abend darf man sich ruhig hierauf wagen, wenn schon ein paar Leute „den Anfang gemacht haben“. Mit etwa zehn Leuten ist die Tanzfläche dann angenehm voll. Die Preise sind, wie bereits erwähnt, im mittleren bis oberen Segment. Standardcocktails, Kurze, Bier und anderes Alkohlika, sowie selbstverständlich Non-Alkoholika sind hier zu „verzehren“. Die Chill-Out Area ist sogar größer als die Tanzfläche, dafür kann man dort gemütliche (hoffe ich doch, hab mich nämlich nicht darauf niedergelassen) Sofas für fast jede erdenkliche passende Tätigkeit nutzen. Musikwünsche, ich hatte derer drei, werden scheinbar alle erfüllt (Natürlich müssen sie in das Motto des Abends passen. Wer sich also, „Ein Stern“ von DJ Ötzi wünscht, na, der darf sich in wohl mehrfacher Hinsicht nicht wundern 😉.).
Abschliessend: Mich hat das Kir nicht zum letzten Mal gesehen. Werde dort, gerade ob seiner Standortvorteile und zur Unterstützung des Eimsbütteler Nachtlebens, öfter verweilen. Vielleicht ihr bald auch !?!?